Erfahren Sie, wie Paare in der Schweiz durch clevere Aufteilung der Säule 3a-Einzahlungen jährlich über 3'000 Franken Steuern sparen können – mit konkreten Beispielen, Anbietern und Strategien.
Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Partner könnten gemeinsam jedes Jahr über 3'000 Franken Steuern sparen – allein durch eine kluge Aufteilung Ihrer Säule-3a-Einzahlungen. Klingt nach einem Traum? Für verheiratete oder eingetragene Paare in der Schweiz ist das keine Illusion, sondern eine der effektivsten Strategien, um die Altersvorsorge zu optimieren. Während viele Einzelpersonen das Potenzial der dritten Säule nur für sich selbst nutzen, liegt der wahre Hebel in der gemeinsamen Planung: Maximale Freibeträge, Steuerprogression mildern und Auszahlungen geschickt staffeln – all das wird möglich, wenn Sie als Paar an einem Strang ziehen. In diesem Artikel zeige ich Ihnen anhand konkreter Zahlen, Anbieter und Beispiele, wie Sie aus der Säule 3a das Maximum herausholen und gemeinsam mehr Steuern sparen.
1. Warum Paare bei der Säule 3a mehr aus ihrem Geld machen können
Der Grund liegt auf der Hand: Paare können die maximalen Freibeträge beider Partner voll ausschöpfen. Im Jahr 2024 beträgt der Höchstbetrag pro Person 7'056 Franken – multipliziert mit zwei ergibt das eine gemeinsame Einzahlungsmöglichkeit von 14'112 Franken. Wer diese Summe vollständig investiert, senkt sein steuerbares Einkommen deutlich. Doch der eigentliche Trick liegt in der geschickten Aufteilung der Einzahlungen auf die Partner. So lässt sich die Steuerprogression mildern, vor allem wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere.
Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Partner A (Jahreseinkommen 120'000 Franken) zahlt den vollen Freibetrag von 7'056 Franken ein, Partner B (Einkommen 40'000 Franken) lediglich 5'000 Franken. Obwohl Partner B weniger einzahlt, reduziert die gemeinsame Einzahlung das steuerbare Einkommen um 12'056 Franken. Die jährliche Steuerersparnis hängt stark vom Wohnkanton ab – im Kanton Zug mit tiefen Steuern beträgt sie etwa 2'500 Franken, im Kanton Genf mit hohen Steuern dagegen über 3'500 Franken. Der Unterschied zeigt: Je höher Ihr gemeinsamer Grenzsteuersatz, desto grösser der Nutzen.
- Maximieren Sie die Freibeträge: Nutzen Sie die vollen 7'056 Franken pro Person, also 14'112 Franken als Paar.
- Nutzen Sie die Steuerprogression: Der Partner mit höherem Einkommen sollte den höchstmöglichen Betrag einzahlen – die Ersparnis ist dort am grössten.
- Kantonale Unterschiede beachten: Ziehen Sie einen Steuerrechner von Comparis zurate, um die konkrete Ersparnis für Ihren Wohnort zu berechnen.
2. Gemeinsame vs. getrennte Konten: Vor- und Nachteile


Die Frage, ob Paare ein gemeinsames Konto oder getrennte Konten führen sollten, ist zentral. Getrennte Konten bieten mehr Flexibilität, vor allem bei der Anlagestrategie und der Auszahlung. Jeder Partner kann bei Anbietern wie Yova (nachhaltige Aktienfonds) oder VIAC (automatisches Portfolio-Management) eine individuelle Risikoneigung wählen. Der eine setzt auf defensive Anleihen, der andere auf renditestarke Aktien – das gesamte Risiko wird besser gestreut. Zudem kann die Auszahlung steuerlich optimiert werden, indem jeder Partner sein Konto unabhängig voneinander auflöst.
Gemeinsame Konten, wie sie etwa die PostFinance im Bereich Säule 3a anbietet, sind administrativ einfacher: Ein Konto, eine Einzahlung, eine Auszahlung. Aber sie erkaufen diese Bequemlichkeit mit geringerer Flexibilität. Wenn Sie gemeinsam anlegen, können Sie die Auszahlungszeitpunkte nicht mehr individuell staffeln – das kann besonders dann teuer werden, wenn eine einmalige Auszahlung zu einer hohen Steuerprogression führt. Steuerlich sind getrennte Konten daher meist vorteilhafter, weil jeder Partner seinen eigenen Freibetrag voll nutzt und die Progression niedriger bleibt.
- Empfehlung: Eröffnen Sie je ein separates Säule-3a-Konto bei VIAC oder Yova. So behalten Sie die Kontrolle über Anlage und Auszahlung.
- Ausnahme: Ein gemeinsames Konto lohnt sich nur, wenn die Einkommensverhältnisse nahezu identisch sind und Sie eine sehr einfache Verwaltung bevorzugen.
3. Die optimale Aufteilung der Einzahlungen
Die effektivste Strategie ist klar: Der Partner mit dem höheren Grenzsteuersatz sollte möglichst den vollen Betrag einzahlen, denn die Steuerersparnis ist dort am grössten. Angenommen, Partner A hat einen Grenzsteuersatz von 35 %, Partner B von 20 %. Jeder Franken, den Partner A in die Säule 3a einzahlt, spart 35 Rappen Steuern – bei Partner B sind es nur 20 Rappen. Es macht also wenig Sinn, das Geld gleichmässig aufzuteilen, wenn die Steuerprogression so unterschiedlich ist.
Ein Einzahlungssplitting sieht idealerweise so aus: Partner A zahlt 10'000 Franken ein, Partner B zahlt 4'112 Franken ein – zusammen ergibt das die maximalen 14'112 Franken. Dieses Splitting maximiert die Steuerersparnis, da der Grossteil dort eingezahlt wird, wo er am meisten bringt. Bei stark unterschiedlichen Einkommen kann es sich zudem lohnen, die Einzahlungen über mehrere Jahre zu variieren. Wenn Partner B in einem Jahr eine Auszeit nimmt oder Teilzeit arbeitet, sollte in diesem Jahr ein tieferer Betrag eingezahlt werden – die Steuerprogression fällt dann ohnehin geringer aus. Wichtig: Prüfen Sie Ihre Einkommensprognose jedes Jahr neu.
Praxistipp: Nutzen Sie einen Online-Rechner wie den der Zürcher Kantonalbank oder von Moneypark, um Ihr gemeinsames Optimum zu berechnen. Geben Sie beide Einkommen ein und lassen Sie sich die ideale Aufteilung vorschlagen.
4. Steuerfallen bei der Auszahlung vermeiden



Die Auszahlung der Säule 3a ist eine der grössten Steuerfallen überhaupt. Eine einmalige Auszahlung des gesamten Guthabens führt fast immer zu einer hohen Steuerprogression. Nehmen wir an, Sie haben gemeinsam 200'000 Franken angespart. Wenn Sie diesen Betrag auf einmal beziehen, wird er zu Ihrem Jahreseinkommen addiert – das kann schnell zu einem Steuersatz von über 30 % führen. Die Lösung: Staffelung der Auszahlung über mehrere Jahre. Ein Split über 5 Jahre kann die Steuerlast auf die Hälfte reduzieren.
Ideal sind Auszahlungen in Jahren mit tiefem Einkommen: direkt nach der Pensionierung, wenn die Erwerbseinkommen wegfallen, oder während einer Auszeit. Für Paare gilt: Jeder Partner kann seine Auszahlung unabhängig planen. Partner A kann im ersten Jahr nach Pensionierung 40'000 Franken beziehen, Partner B verteilt dieselbe Summe auf drei Jahre. So vermeiden Sie gemeinsam die Spitzensteuersätze. Achten Sie aber darauf, dass Sie die Bezüge nicht zu lange hinausschieben – ab 70 Jahren drohen Verzugszinsen.
- Faustregel: Planen Sie Auszahlungen maximal über 5 Jahre, besser über 3 bis 4 Jahre.
- Koordination: Besprechen Sie gemeinsam, in welchem Jahr wer wie viel bezieht – am besten mit einem Steuerberater.
5. Säule 3a für Paare mit Kindern: Zusätzliche Vorteile
Kinder bringen nicht nur Freude, sondern auch steuerliche Vorteile, die sich mit der Säule 3a kombinieren lassen. Kinderabzüge und Versicherungslösungen erweitern das Optimierungspotenzial. Beim Tod eines Partners kann die Säule 3a steuerlich begünstigt an den überlebenden Partner oder an die Kinder vererbt werden. Anbieter wie die Swiss Life oder die Zürich bieten spezielle Vorsorgepakete für Familien an, die eine Hinterbliebenenversicherung enthalten. Diese Pakete kombinieren das Sparen in der Säule 3a mit einem Todesfallschutz – für Eltern ein attraktives Extra.
Ein weiterer Trick: In Jahren, in denen Sie zusätzlich Kinderabzüge geltend machen können (z. B. nach der Geburt), sinkt Ihre Steuerbelastung ohnehin. Sie können dann die Einzahlungen strategisch so legen, dass Sie die Steuerprogression noch weiter drücken. Wenn Sie zum Beispiel zwei Kinder haben und der Kanton pro Kind 10'000 Franken abzieht, kann Ihr steuerbares Einkommen bereits niedriger sein. Eine zusätzliche Einzahlung in die Säule 3a wirkt dann in einem Bereich mit niedrigerem Grenzsteuersatz – weniger effektiv also. Planen Sie daher die Höhe der Einzahlung in Abhängigkeit von den Kinderabzügen.
Beispiel: Familie mit zwei Kindern im Kanton Bern (Abzug pro Kind 9'200 Franken). Gesamteinkommen beider Partner 150'000 Franken. Ziehen Sie 18'400 Franken für Kinder ab, bleiben 131'600 Franken. Die Einzahlung von 14'112 Franken lohnt sich hier noch sehr, da der Grenzsteuersatz im mittleren Bereich bleibt. In einem Jahr mit sehr vielen Abzügen (z. B. zusätzlich Weiterbildungskosten) kann es sinnvoll sein, weniger einzuzahlen und das Geld im nächsten Jahr zu nutzen.
6. Checkliste: So starten Sie als Paar mit der Säule 3a
Bevor Sie loslegen, hier eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung. Analysieren Sie Ihre gemeinsame Einkommens- und Steuersituation. Nutzen Sie einen Online-Steuerrechner, zum Beispiel von Comparis oder der PostFinance. Geben Sie Ihre beiden Einkommen, den Wohnkanton und die Kinderzahl ein – so sehen Sie sofort, wie viel Sie durch Einzahlungen sparen können.
Vergleichen Sie Anbieter: VIAC ist ideal für Paare, die eine vollautomatische Anlage wünschen, Yova für nachhaltige Anleger, PostFinance für traditionellere Produkte. Achten Sie auf die Kosten: VIAC erhebt eine Verwaltungsgebühr von 0,30 % bis 0,50 % pro Jahr, Yova liegt bei 0,70 % – das schmälert die Rendite auf lange Sicht.
Legen Sie eine gemeinsame Strategie fest: Wer zahlt wie viel in welches Konto ein? Entscheiden Sie sich für getrennte Konten – das gibt Ihnen mehr Flexibilität bei der Auszahlung. Planen Sie die Aufteilung nach Grenzsteuersatz. Führen Sie ein gemeinsames Tabellenblatt oder nutzen Sie eine App, um den Überblick zu behalten.
Überprüfen Sie die Strategie jährlich: Bei Gehaltsänderungen, neuen Kindern, Heirat oder Scheidung muss die Aufteilung angepasst werden. Planen Sie einmal pro Jahr ein halbstündiges Meeting ein – so stellen Sie sicher, dass Sie immer die optimale Steuerersparnis erzielen.
Handlungsaufforderung: Setzen Sie sich noch heute für eine Stunde mit Ihrem Partner zusammen. Öffnen Sie den Comparis-Steuerrechner, notieren Sie Ihre aktuellen Einkommen und berechnen Sie Ihr Einzahlungssplitting. Eröffnen Sie dann zeitnah zwei separate Säule-3a-Konten – bei VIAC oder Yova dauert das nur 10 Minuten. Gemeinsam legen Sie den Grundstein für eine sorgenfreie Altersvorsorge und sparen nebenbei mehrere tausend Franken Steuern pro Jahr. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um zu handeln!



